Mittelalter erobert Telgte

Ich war gerade in Telgte auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Genial. Ich kenne diese Art von vorweihnachtlichen Vergnügen aus Köln. Jedes Jahr findet dort am Schokoladenmuseum dieser Weihnachtsmarkt statt. Durch den (zugegeben sehr geringen) Eintrittspreis von 1,50€ ist der Markt auch nicht zu überfüllt, wie die anderen Märkte rund um den Kölner Dom.

In Telgte zunächst die erste Überraschung – es kostet keinen Eintritt. Nur wer einen der unzähligen Parkplätze direkt am Weihnachtsmarkt benutzen möchte, muss dafür „2 Taler berappen“. Ein fairer Preis.

Das gesamte Gelände ist rundherum abgesperrt und komplett mit Lichterketten um- und überspannt. Die Stände verzichten größtenteils auf elektrischen Strom und greifen eher auf Kerzen, Öllichter und offene Feuer zu Beleuchtungs- und Heizzwecken zurück. Die Menschen hinter den Ständen scheinen das Mittelalter regelrecht zu leben. Nicht nur durch diie meißt sehr originelle Kleidung, sondern auch durch die Sprache fühlt man sich ganz schnell ins Mittelalter zurückversetzt.

Auf einer zentral gelegenen Bühne geben Narren, Musikanten, Fakire und Feuerspucker ein tolles und abwechslungsreiches Programm der nicht so alltäglichen Sorte.

Das Angebot an den Ständen reicht von einfachen Fressbuden mit Reibekuchen und Grillwurst, über mittelalterlich angehauchte Steinofenbäcker, Fleischfladen, Met -Tränken, Weinkelterer auch über jede Menge handgemachte Waren wie aus alter Zeit. Lederwaren, wie Gürtel, Geldbeutel, Hauben, Schuhe über Kleidung, Helme, Rüstungen, Messer, Schwerter – ja sogar ein Kettenhemd (samt Träger) haben wir gesehen.

Zum Ausruhen und verweilen laden mehrere große Feuerstellen ein, die mit Bänken umstellt sind. Selbst bei annähernd Null Grad Außentemperatur war es dort noch recht angenehm unter freiem Himmel. Wen das noch nicht genügt, der kann sich nebenan einen heißen Met im Steinkrug holen.

Für Kinder ist der Markt auch zu empfehlen. Neben dem Feuerspucker gibt es noch einen kleinen Streichelzoo mit Ziegen und Schafen und ein riesiges Bällebad mit Strohballen drum herum. Ich habe auch den einen oder anderen Vater dort reinhüpfen gesehen (ja, ich gebe es zu, auch ich war drin 🙂 ) Zu festen Zeiten kommt dann auch ein Weihnachtsmann für die Kleinen. Wo bekommt man sonst so viel leuchtende Augen für so wenig Geld geboten? Und endlich mal ein Weihnachtsmarkt ohne diese doofen Kinderkarussels, wo man als Eltern nicht dran vorbeikommt, ohne seine Sprösslinge mindestens drei Male im Kreis fahren zu lassen…

Der edle Rappe wird mit seiner holden Maid auf jeden Fall noch einmal diesem belustigenden Zeitvertreib fröhnen. Ganz bestimmt.

Gehabet euch wohl, der edle Rappe… äh, Dennis

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